Fotojournalismus als harte Arbeit


    Chris Wilkins überträgt ein Foto mit einem digitalen Hasselblad Dixel-Sender während eines Raketenangriffs auf Dharan (Saudi-Arabien) in der ersten Nacht des Golfkriegs am 17. Januar 1991.

    Das Handwerk eines Fotojournalisten in der Mitte und am Ende des 20. Jahrhunderts erforderte nicht nur Mut angesichts der ständigen Gefahr, des Talents eines Fotografen, der Kenntnis der Nachrichten, der Politik, des Sports, der Fähigkeit, unterwegs zu denken und Bilder zu machen, sondern auch die Fähigkeit, die besten Bilder für die Übermittlung an Zeitungen auszuwählen andere Teile der Welt, und vor allem brauchte einen starken Rücken und Arme.

    Bereits heute sind wir an die enorme Größe der Fotodateien und dank des Internets an die ungeheuer hohen Übertragungsgeschwindigkeiten gewöhnt. Um Bilder aufzunehmen und an das andere Ende der Welt zu liefern, benötigt ein professioneller Fotograf eine Ausrüstung, die in einen Rucksack passt. Die Situation mit dem Gepäck der besuchenden Fotografen einer früheren Zeit - vor etwa zwanzig Jahren - war jedoch viel weniger angenehm.

    Chris Wilkins erinnert sichWie massiv sein Ausgangsset war: Es bestand aus fünf großen starren Behältern, in denen sich alles befand, was für die Arbeit im Entwicklungsraum und die Übertragungstechnik erforderlich war. In den ersten beiden Behältern befanden sich Geräte für die Verarbeitung und Trocknung des Films, im dritten Gerät für den Druck vergrößerter Proben für den Versand. Im vierten Container befanden sich eine mechanische Schreibmaschine und Blätter aus selbstklebendem Papier, um Kommentare zu Fotografien zu erstellen. Und schließlich wurde die fünfte Box mit einem analogen Fotosender zum Senden von Fotos verpackt.

    Das Gewicht des gesamten Sets betrug mehrere zehn Kilogramm, während es keine Kameras oder Objektive gab - die Hauptbewaffnung des Fotografen.


    Dieses Modell des Schwarz-Weiß-Senders der United Press UPI Modell 16-S wurde bis etwa 1991 verwendet. Der Sender ist mit einem Telefon im alten Stil verbunden, um zu zeigen, wie die Übertragung durchgeführt wurde. Die Probe wurde auf eine Trommel gelegt und langsam abgetastet, während das Signal über die Telefonleitung übertragen wurde. Die Übertragung eines Bildes dauerte 8-9 Minuten.

    Das Audiosignal des Senders bestand aus Signaltönen, die die Atmosphäre eines bereits schmerzhaften Vorgangs aufheizten, bei dem ein Foto auf eine Trommel gewickelt und von einem Laserstrahl gelesen wurde. Die perfekte Verbindung ermöglichte die Übertragung eines Farbfotos in 26 Minuten, für den internationalen Versand wurde fast doppelt so viel Zeit benötigt, manchmal eine Stunde pro Foto.



    1988 begann France-Presse mit dem Hasselblad Dixel, dem ersten digitalen Sender für 35-mm-Filme. Zum ersten Mal wurde das neue Gerät bei den Olympischen Spielen in Calgary getestet, und die Nachrichtenagentur verschaffte sich einen deutlichen Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten. Die Übertragung von Farbfotos dauerte zwei bis drei Minuten, die Qualität und Klarheit litt jedoch nicht darunter. Die Fotografen von France-Press haben sich bereits entspannt und warten auf das Ende des analogen Alptraums.

    Einer der Nachteile der neuen Maschine war jedoch ihre extreme Zerbrechlichkeit, die das einwandfreie Arbeiten in einer Büroumgebung nicht beeinträchtigte. Auf Reisen wurden Computerplatinen und das optische Scanmodul getrennt. Ich musste einen winzigen Computer in einer riesigen Kiste mit 30-cm-Schaumpanzerung transportieren.

    Die Fotografen von France-Presse wurden bald zu Computer-Enthusiasten, und die häufige Analyse des neuen Geräts, dessen ständige Belebung, trug dazu bei. Dixel war so unzuverlässig, dass bald als Zweitbesetzung manchmal alte schwere und langsame, aber vertraute Ausrüstung benötigt wurde, und dies fügte dem Gepäck erneut Kilo hinzu.

    Ein Jahr später stellte Associated Press Leafax vor, einen unabhängigen Scanner und Sender. Die erste Generation war analog, später erschienen digitale Modelle.

    Digitalkameras erschienen 1994, und bereits 1996 konnte der Film vergessen werden. Anfangs hatten die Kameras etwas in der Größenordnung von 1 Megapixel, und die Dateigrößen waren ebenfalls klein, aber die Hersteller begannen schnell, die Situation zu verbessern. Heute senden Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Dateien mit erstaunlicher Qualität an Dutzende von Megapixeln, und es ist unmöglich, Film von einem digitalen Bild zu unterscheiden. Selbst Mobiltelefone haben so gute Kameras, dass sie von Profis nicht vernachlässigt werden. Und glücklicherweise ist es unwahrscheinlich, dass moderne Fotojournalisten wieder mit der alten, ungeschickten und langsamen Technologie konfrontiert werden.

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