43 kg Gold und 1070 kg Gadolinium passieren jährlich die Kanalisation der Schweiz


    Täglicher Abfluss in den Abwasserkanal 62 Einwohner pro Einwohner der Schweiz. Illustration: Die Bundesanstalt für Wasserwissenschaften und -technologie Die

    Schweiz wird zu Recht als goldener Mittelpunkt der Welt bezeichnet. Jährlich durchlaufen dieses Land etwa 2.600 Tonnen Gold (Statistiken für 2011). Angesichts der weltweiten Goldproduktion von 2.700 Tonnen (2011). Hier sind vier der weltweit größten Raffinerien für die Reinigung von Edelmetall mit einer Reinheit von 99,99% (Probe 999.9). Da das Land nicht nur offiziell abgebaute Barren erhält, sondern auch Metall, das von der Bevölkerung aufgekauft wurde, schätzen Experten, dass die Schweiz im Durchschnitt 70% des Weltgoldes verarbeitet.

    Es ist kein Geheimnis, dass man in menschlichen Abfällen ebenso wie in den Weltmeeren die Hälfte des Periodensystems finden kann, einschließlich seltener Erden und Edelmetalle, die dort in geringen Konzentrationen enthalten sind. Kein Wunder, dass Abwasser in der "goldenen Hauptstadt" der Welt auch reich an Edelmetall ist. Es ist möglich, dass die Goldkonzentration in Schweizer Abfällen viel höher ist als in Moskau. Aber nur in Russland wurde diese Frage noch nicht gestellt, und die Schweizer Wissenschaftler haben die Konzentration von Gold, Silber und anderen Elementen im Abwasser sorgfältig gemessen.


    Gold in Raffinerien in der Schweiz wird auf eine Reinheit von 99,99% (Probe 999.9) verfeinert. Nach der Größe zu beurteilen, wiegt jeder Barren auf dem Foto 250 g. Foto: Reuters

    Dies ist die weltweit erste detaillierte und methodische Untersuchung der Konzentration von chemischen Elementen in Bodensedimenten in Kläranlagen. Schweizer Chemiker nahmen in 64 Kläranlagen in allen Kantonen Proben. Sie machten einen detaillierten Tisch.Anzeige der Konzentration jedes Elements in jeder Behandlungsanlage. Sie berechneten auch die Masse jeder Substanz, die jeder Bürger des Landes täglich in die Toilette ergießt (dh die Masse jedes chemischen Elements im Abwassersystem ist im Durchschnitt pro Einwohner). Dieser Indikator reicht von wenigen Mikrogramm (zum Beispiel Gold, Iridium, Lutetium) bis zu mehr als einem Milligramm (zum Beispiel Zink, Scandium, Yttrium, Niob, Gadolinium) und mehr als 1 Gramm pro Tag (Phosphor, Eisen, Schwefel).

    Ein Bericht über die Konzentration von Elementen im Abwasser wurde kürzlich von der Eidgenössischen Bundesanstalt für Wasserwissenschaften und Technologie, die zur Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) gehört, veröffentlicht.

    Laut Wissenschaftlern durchlaufen jedes Jahr etwa 43 Kilogramm Gold das Abwassersystem. Darüber hinaus wird die Toilette jährlich gewaschen:

    • 3000 kg Silber;
    • 1070 kg Gadolinium;
    • 1500 kg Neodym;
    • 150 kg Ytterbium;
    • usw.

    Tatsächlich ist das Abwassersystem eine echte Goldmine, in der Millionen von Dollar spurlos verschwinden. Die Kosten für verlorenes Gold und Silber sind ungefähr gleich - 1,5 Millionen Franken (1,8 Millionen US-Dollar) für jedes Metall. Die verbleibenden gelisteten Metalle kosten auch viel Geld. Wenn Wissenschaftler lernen, sie effektiv aus Abwasser zu gewinnen, wäre dies eine gute Quelle für wertvolles Material. Probenahme von Sedimenten in der Werdhölzli-Kläranlage in Zürich




    Da sich die grössten Goldverarbeitungsanlagen in der Schweiz befinden, ist davon auszugehen, dass hier die Goldkonzentration im Abwassersystem über dem Weltdurchschnitt liegt. Messungen in verschiedenen Regionen des Landes bestätigen diese Theorie. Das Diagramm zeigt, dass sich die Konzentration von Gold und Platin pro Kilogramm Abfall in den verschiedenen Regionen des Landes hundert Mal unterscheidet. Im Kanton Jura gibt es Uhrenfabriken mit einer stark erhöhten Konzentration von Gold, Ruthenium und Rhodium. In einem anderen Kanton Tessin mit einer hohen Konzentration an Gold und Platin gibt es Anlagen zur Reinigung von Edelmetallen. Wissenschaftler glauben sogar, dass eine so hohe Konzentration es uns erlaubt, über die industrielle Produktion von Gold und Platin aus Abwasser nachzudenken. Goldkonzentration pro Kilogramm Bodensedimente in Kläranlagen in verschiedenen Regionen der Schweiz





    Die Konzentration von Platin pro Kilogramm Bodensedimenten in Kläranlagen in verschiedenen Regionen der Schweiz Bei

    dieser Studie haben sich die Wissenschaftler kein Ziel gesetzt, um die Möglichkeit einer kommerziellen Produktion zu bestimmen. Sie interessierten sich vor allem dafür, wie viel Prozent der verschiedenen chemischen Elemente in den Flüssen der Schweiz aus Abwasser dorthin gelangen. Es stellte sich beispielsweise heraus, dass 83% Gadolinium aus dem Abwassersystem in Flüsse gelangt, 24% Zink, 7% Lithium und 1% Arsen. Was Phosphor angeht, haben Messungen eine vorläufige Einschätzung bestätigt: 50% des Phosphors gelangen aus Abwasser in Flüsse.

    Die Schweizer wollten auch die Ergebnisse überprüfen, die deutsche Umweltschützer bezüglich der kritischen Konzentration von Seltenerdmetallen Lanthan und Samarium im Rhein gemacht haben. Messungen haben gezeigt, dass es in der Schweiz kein solches Problem gibt.

    Wissenschaftlicher Artikelveröffentlicht am 3. Juli 2017 in Environmental Science & Technology (doi: 10.1021 / acs.est.7b01731, pdf ).

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