Studie: 95% der Kinder-Apps verfügen über Anzeigen


    Kinder 4 Jahre und 1 Jahre spielen auf ihrem Tablet. Die Studie ergab, dass 95% aller Anträge für Kinder unter 5 Jahren mindestens eine Werbeform enthalten. Foto: Mark Makela / Corbis, Getty Images Eine

    störende Anzeige überschwemmte das moderne Web buchstäblich. Erwachsene können dagegen kämpfen, indem sie Werbeblocker nicht nur für sich selbst installieren, sondern für jeden, den sie kennen. Es ist sehr schwierig, das geistige Gleichgewicht im Internet aufrechtzuerhalten, wenn ablenkende Banner von allen Seiten kommen. Daher sind Werbeblocker nicht nur eine Empfehlung für Komfort, sondern eigentlich eine medizinische Notwendigkeit.

    Leider ist es schwieriger, Anzeigen auf mobilen Geräten zu blockieren, insbesondere wenn sie in mobile Anwendungen eingebettet sind. Kinder leiden am meisten darunter. Neue Forschung enthüllt95% aller Bewerbungen für Kinder unter 5 Jahren enthalten mindestens eine Werbeform. Offenbar zielen die Entwickler einiger Anwendungen gezielt auf die kleinsten Personen ab.

    Wissenschaftliche Artikel veröffentlicht 26. Oktober 2018 in der Zeitschrift Journal of Developmental & Behavioral Pediatrics (doi: 10,1097 / DBP.0000000000000622).

    Im Rahmen des Experiments haben die Autoren der Studie 39 Anträge für Kinder im Alter von 12 Monaten bis 5 Jahren heruntergeladen und lanciert. Zwei Forscher spielten in jeder Anwendung mit, machten detaillierte Notizen zur Gestaltung von Werbung und verfeinerten das Codebuch iterativ mit der Klassifizierung von Werbung. Anschließend wurden die Codes auf die 96 beliebtesten kostenlosen und kostenpflichtigen Anwendungen in der Kategorie "Bis zu fünf Jahre" (5 und unter) des Google Play-Katalogs angewendet.

    Hier sind die Ergebnisse: Von den 135 geprüften Anträgen enthielten 129 (95%) mindestens eine Werbeform, einschließlich:

    • Markenbenutzung (42%);
    • volle Anwendungsteaser (46%);
    • Werbevideos, die die Wiedergabe unterbrechen, z. B. Popup-Fenster (35%) oder beim Entsperren von Spielelementen (16%);
      In-App-Käufe (30%);
    • eine Aufforderung zur Bewertung der Bewerbung (28%);
    • Appell an Social Media weiterzugeben (14%);
    • ablenkende Anzeigen wie Banner auf dem Bildschirm (17%);
    • versteckte Werbung mit irreführenden Charakteren wie "$" oder Banner, die unter dem Spielverlauf getarnt sind (7%).

    Werbung ist in kostenlosen Apps viel häufiger als in bezahlten Apps (100% vs. 88%), aber auch in Apps, die als „pädagogisch“ gekennzeichnet sind, im Vergleich zu anderen Kategorien.

    "Wenn jüngere Kinder im Durchschnitt eine Stunde pro Tag mit mobilen Geräten arbeiten, ist es wichtig zu verstehen, wie sich diese Art von kommerziellen Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern auswirken kann", sagt Jenny Radesky, MD, Verhaltensexpertin. und Kinderarzt Kinderklinik Motta an der University of Michigan.

    Radeski stellt fest, dass das Forschungsteam häufige Fälle von "manipulativen und destruktiven Methoden" fand. In einigen Fällen übersteigt die Werbewirkung sogar die Zeit, die ein Kind im Spiel verbringt.

    Einige Anzeigen sind besonders falsch und manipulativ. Auf dem Bildschirm wird beispielsweise eine bekannte Zeichentrickfigur angezeigt. Er erinnert daran, dass das Bezahlen bestimmter Upgrades und Einkäufe in der App den Zugang zu attraktiveren Optionen ermöglicht und das Spiel spannender macht.

    Die Studie liefert konkrete Beispiele für Manipulationen:

    • Im Spiel Olaf's Adventures von Disney Studios führt ein Klick auf den leuchtenden Kuchen, der nicht als Werbung markiert ist, zum Spieler.
    • In der Doctor Kids-App von Bubadu schreit der Spielcharakter, wenn der Spieler die Schaltfläche „Store beenden“ drückt.

    "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Markt für Anwendungen für kleine Kinder ein wilder Westen ist, und viele Anwendungen konzentrieren sich mehr auf das Geldverdienen als auf das Spielerlebnis des Kindes", schließt Dr. Radesky. "Dies hat wichtige Auswirkungen auf die Regulierung der Werbung, die Ethik der Kinder beim App-Design und wie Eltern bestimmen können, welche Kinder-Apps heruntergeladen werden sollen."

    Die Autoren erinnern an die Ergebnisse früherer Studien, dass Kinder unter acht Jahren Medieninhalte nicht von Werbung unterscheiden können : „Digitale Werbung ist personalisierter und wird bei Bedarf angezeigt und ist in interaktive mobile Geräte eingebettet. Kinder denken vielleicht, dass dies nur ein Teil des Spiels ist “, sagt der Arzt.

    Kinderschutzgruppen, die von Campaign for Commercial Free Childhood geleitet werden, planen, auf der Grundlage der Forschungsergebnisse eine Beschwerde bei der Federal Trade Commission einzureichen.

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